Techno. Was ist das überhaupt?

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von Vocoder » 21. Mär 2009, 18:48

Weil ich zu dem Thema "Wer hat den Begriff Techno geprägt" eine andere Story gehört habe. ;-)

Wobei es doch aber auch völlig Wumpe ist, wer es nun wirklich war. ;-)

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Wolfi
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Beitrag von Wolfi » 22. Mär 2009, 14:57

ihr habt alle kein Plan.

ich weiß wer´s war.

Elvis!

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Beitrag von Sven Hanke » 23. Mär 2009, 00:16


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Beitrag von curious princess » 26. Mär 2009, 21:17

Ich dachte hier geht es um Teckno und nicht um Elvis!?

:gruebel:

Hans 3
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Beitrag von Hans 3 » 2. Apr 2009, 11:24


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Beitrag von Musik » 2. Apr 2009, 13:01

Eine Musikart die dich aufm Floor zapeln läßt.

Calico
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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von Calico » 8. Apr 2009, 15:20

So iß es Musik...... :speaker: :rofl2:

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Beitrag von piepsielein » 8. Apr 2009, 16:26

wie soll man denn musik essen können? :gruebel: :lach2:

Calico
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Beitrag von Calico » 8. Apr 2009, 16:28

hmmm also du gehst auch auf Hakkepartys...wa?

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Beitrag von piepsielein » 8. Apr 2009, 16:33

:rofl2: nee nee, um gottes willen!!! habs mal probiert, aber find da irgendwie den rhytmus nicht!

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von Calico » 8. Apr 2009, 16:35

naja denke mal der rytmus Daesch ja nie schwer wa.......kommt drauf an auf welche Hakkeparty mann geht :fettgrins:

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Beitrag von piepsielein » 8. Apr 2009, 16:39

wie kommst du denn eigentlich darauf, dass ich auf hakke-partys gehe? :gruebel:

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Beitrag von Calico » 8. Apr 2009, 16:42

hmmm nunja wie soll ich sagen eine eingebung wa :cool:

Stupid 2
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Beitrag von Stupid 2 » 8. Apr 2009, 16:43

na prima,noch einen mitteilungsbedürftigen legastheniker hat dieses forum grade noch gebraucht.

der rythmus Daesch nur dann schwer wenn man luft im sack und ruppe in der birne hat.
solltest du dich wiedererkennen, die ähnlichkeit wäre natürlich absicht.

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von Calico » 8. Apr 2009, 16:45

:schimpf: mache nie die ganze Stimmung kapput Mensch :cool:

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Beitrag von bo at btown » 8. Apr 2009, 19:13

:popcorn:

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Beitrag von Wolfi » 8. Apr 2009, 19:37

GOOMR hat geschrieben:na prima,noch einen mitteilungsbedürftigen legastheniker hat dieses forum grade noch gebraucht.

der rythmus Daesch nur dann schwer wenn man luft im sack und ruppe in der birne hat.
solltest du dich wiedererkennen, die ähnlichkeit wäre natürlich absicht.
dir wärs doch langweilig wenn wir solche Leute nicht hätten. wen würdest du denn dann belegen und mit deiner ganzen Zeit machen?

Also sei froh, so hast du wenigstens ne Aufgabe.

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von TheRealPhil » 8. Apr 2009, 20:35

die frage müsste heißen:
Techno.was ist das überhaupt noch ?

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von bo at btown » 8. Apr 2009, 20:41

stupidedia hat geschrieben:Techno, auch Elektroscheiße genannt, ist eine konventionelle Methode "Musik"-Erzeugung aus den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Techno wurde in der DDR während des Kalten Kriegs zur Störung des westlichen Funkverkehrs entwickelt. Allerdings ist Techno eine Musik, die zu 99% mit einem Toaster nachgeahmt werden kann, was dazu führt, dass die meisten Raver Drogen brauchen um diese Einseitigkeit zu überstehen. Es kommt nicht selten vor, dass sich ein Raver aus einem Hochhaus stürtzt, daher auch der Name Raver(Raven: eng. für Rabe).

Heute wird Technolärm gerne zur professionellen Ruhestörung, meist zwischen 2 und 5 Uhr morgens, in leerstehenden Berliner Plattenbauten, sogenannten Szene-Clubs, eingesetzt. Erkennungszeichen eines sog. Technoclubs sind das kontinuierliche Abspielen des immer gleichen Musikstücks, mit zwischen etwa 122 und 1000 Elektroschocks pro Minute, überhöhter Konsum kleiner Pillen mit „e“-s oder Smilies drauf und auf rotierenden Schallplatten oben drauf mitfahrende Bierdosen.
quelle: http://www.stupidedia.org/stupi/Techno

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von Key Ell » 14. Mai 2009, 15:31

Ich empfehle den Film - "We call it Techno"
erklärt ziemlich viel

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Beitrag von Vocoder » 14. Mai 2009, 15:35

Key Ell hat geschrieben:Ich empfehle den Film - "We call it Techno"
erklärt ziemlich viel
Na ja, Daesch interessant aber so richtig tiefgreifendes ausser Anzickerein untereinander erfährt man da auch nicht. :fettgrins:

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von schnack » 14. Mai 2009, 16:07

Key Ell hat geschrieben:Ich empfehle den Film - "We call it Techno"
erklärt ziemlich viel
:rofl2:

klar, talla hats erfunden :lach:

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von kasparov » 14. Mai 2009, 17:28

:lach2:

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von Bleep78 » 15. Mai 2009, 18:28


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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von moiree » 29. Jun 2009, 19:00

Maggo hat geschrieben: zum Schluss, als Marcel sein hammergeiles Set abgeliefert hat, schlief er friedlich und stampfte, trotz Schlaf, fein mit seinen Füßen und Händen im Takt mit.. :top:
:!:

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von schnack » 30. Jun 2009, 13:59

der eine nennts techno der andere den längsten loop der welt :!:
moiree hat geschrieben:
Maggo hat geschrieben: zum Schluss, als Marcel sein hammergeiles Set abgeliefert hat, schlief er friedlich und stampfte, trotz Schlaf, fein mit seinen Füßen und Händen im Takt mit.. :top:
:!:
das nenn ich eher wahnsinn

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von a-one » 2. Jul 2009, 16:51

http://albisblog.files.wordpress.com/20 ... erat_2.pdf.

Techno für Anfänger

Der Ursprung / das Grundsätzliche
 rhythmusorientierte elektronische Kunstmusik
 sie soll vor allem zum Tanzen anregen
 Ende der 70er entstanden, durch DJs in Detroit die Lieder der deutschen Band
„Kraftwerk“ mit futuristischen Klängen versahen
 Anfang der 90er kam die Musik langsam aus den Untergrundclubs an die Öffentlichkeit.
 Die Musik hat absichtlich keine Harmonien, keine Melodien, wenig Gesang und keine
Instrumentalsolos. Der Rhythmus bestimmt alles. Die Musik soll fühlbar werden.
 Die Nacht wird zum Tag gemacht.
 Beginn ist um Mitternacht und das Ende mit dem „chill out“ am Vormittag.
 Licht und schrille Klamotten sind wichtig.
 Uralte Tanz-Rituale werden mit modernster Technik in der post-industriellen
Gesellschaft reproduziert
 DJs mixen mit Hilfe von Drum-Machine, Keyboard, Plattenspieler, Mischpult und
Computer den Sound. Jeder kann ohne Kenntnis von Noten Lieder komponieren.

Was bedeutet Techno?
 Techno ist eine eigenständige Jugendkultur.
 Techno ist ein Lebensgefühl: abtanzen, feiern, sich fallen lassen, Gemeinschaft,
Freiheit, Party und Spaß haben steht im Vordergrund.
 Techno hilft zum entfliehen aus der Alltagswelt und dem Frust der vergangenWoche –
durch das Erleben von extremen Gefühlszuständen.
 Die Love Parade ist eine der gigantischen Techno Partys, die allerdings immer weniger
mit der Grundidee zutun hat, denn sie ist von einer Protestbewegung (150 Personen)
zu eine kommerziellen Großparty mit Millionenumsätzen (1,5 Millionen Personen)
geworden.
 Drogen wie Ecstasy, haben einen festen Platz in der Techno-Szene. Durch die u.a.
bewusstseinserweiterndeWirkung wird das Tanzen zu einem noch höheren Kick.
Nebenwirkungen werden in Kauf genommen.

Kleines Begriffslexikon
Afterhour Das ist die »Party nach der Party« für alle die noch nicht genug haben. Sie beginnt
nach der eigentlichen Party, gegen 5 Uhr, an in einer anderen Location und dauert bis ca. 12
Uhr.
BPM Beats Per Minute – Schläge Pro Minute, Gibt die Geschwindigkeit eines Tracks an
Line-Up Reihenfolge der DJ's bei einer Party
Location Ort an dem die Party stattfindet
Sample ein Kurzes Klangstück, das beliebig oft wiederholt werden kann, und zusammen mit
anderen Samples ein Lied ergibt.


Wichtige Stilrichtungen und Absplitterungen des Techno
Acid
Stilrichtung die zu Beginn der 90er Jahre verbreitet war. Zeichnet sich durch einen
psychodelischen Stil aus. Die Drumloops wurden mit dem Drumcomputer „TB-303“ von Roland
produziert. Dieser Drumcomputer erzeugt einen „weichen“ Drumbeat.

Ambient
Elektronische Musik zum Entspannen.Wird heute nicht mehr zu Techno gezählt, da er
heute als eigener Stil gehandelt wird. Mit Ambient wird heute alles gehandelt, was zur
Entspannung dient, ist aber meist Elektronische Musik.

Breakbeats
Eine Rhythmusart bei der schnelle HiHat-Schläge mit einer unrhytmischen
Bassdrum die Grundstruktur des Drumloops bilden. Erstmals im Funk der 70er aufgetaucht.
Kraftwerk mischte diesen Rhythmus mit elektronischer Musik und legte damit den Grundstein
für die HipHop & Technomusik.

Drum'n'bass
Benutzt Breakbeats. Charakteristisch für „D'n'B“ ist ein tiefer Bassgroove. Oft wird
dazu auch gesungen oder Live gerappt.

Electro
Die Ursprünge sind beim HipHop (Afrika Bambaataa) angesiedelt. Benutzt auch
Breakbeats, orientiert sich daher am Funk, aber es fließt viel aus der Electronic Body Musik
(EBM > Depeche Mode) aus den 80ern mit ein.

Hardcore
Schneller, harter Techno, ab 180 BPM. Eine schnellere Variante des Hardcore ist
Gabba, der bis 250 BPM geht.

House
Geht auf die 70er Funk & Soul Musik zurück. Sehr groovig, melodisch und
gesangslastig.

Trance
Typisch für Trance ist ein sphärischer, flächiger Klangteppich. Es wird Sehr viel mit Hall,
Gesang und Melodie gearbeitet. Tempo bei 140/150 BPM. Eine Form von Trance ist Goa, der
besonders psychadelisch ist.

Schranz
Ebenfalls schneller Techno oberhalb von 150 BPM. Charakteristisch dafür ist ein
»knarzender«, knackender und übersteuert wirkender Sound.


Bedeutung für die Jugendarbeit
Was Techno leistet – Das Positive
 Die Jugendlichen können den Frust des Alltags loswerden, sich richtig auspowern und
beim Tanzen auch ihre Aggressionen rauslassen.

Gefahren
 Bei übermäßigen Partybesuch droht eine Störung des Schlafrhytmus.
 Der Lärmpegel in Technoclubs (der oft höher ist als erlaubt) schädigt auf Dauer das
Gehör und kann einen Tinitus oder gar Gehörsturz verursachen (Gehörschutz nutzen!).
 Wie in anderen Jugendszene, wird auch hier mit Drogen gehandelt. Die Gefahr bei den
für die Technoszene typischen Drogen Extasy (XTC), LSD, Speed, etc. sind bleibende
psychische Schäden oder gar Tod.
Aufgaben für Eltern & Jugendreferenten
 Aufklären über Gefahren! (Drogen, Lautstärke). Auch aufklären, dass man keine
Getränke von Fremden annehmen sollte, und sein Glas nie unbeobachtet stehen
lassen sollte.
 Bei der Fahrt zur Disco, sollte geprüft werden, ob der Fahrer vertrauenswürdig ist.
 Gesetzlichen Rahmen beachten! Jugendliche unter 18 dürfen nur bis 24
Uhr feiern.

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von Pain » 2. Jul 2009, 18:48

Ich mache gerne Musik, aber ich hasse es, darüber zu reden. Gerade bei elektronischer Musik ist es schwierig, darüber zu sprechen. In der Rockmusik ist das anders. Da gibt es Texte mit Bedeutungen, worüber man sich unterhalten kann. Elektronische Musik ist abstrakter und man unterhöhlt sie, wenn man darüber spricht. Meine Freunde hören alle elektronische Musik, aber wir sitzen nicht herum und reden endlos darüber, sonder wir hören sie einfach nur.
Wie wahr....http://www.youtube.com/watch?v=_06DctJE ... re=related

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von thcr » 9. Jul 2009, 12:28

-durch Maschinen(Technik) erzeugte Klänge, die absichtlich erzeugt werden und als Musik angesehen werden(von einigen)
-sie muss durch Maschinen erzeugt werden,denn sonst würden z B Sambaklänge oder Afrikanische Musikrichtungen dazu zählen
-sie muss sich auch hauptsächlich über die maschinellen Geräusche (bzw aufgenommene und wiedergegebene Naturgeräusche)und nicht über die Vocals definieren, damit Richtungen wie HipHop nicht als Techno bezeichnet werden
-Techno muss (laut vielen Leuten) eine bestimmte Geschwindigkeit haben!!!!!!!>>>>????????????????????????????????????????????(damit man es von bestimmten Richtungen aus der Schwarzen Szene unterscheiden kann???????????????)

-richtiger Techno ist für jeden was anderes

-wenn ich auf gut besuchten"Technoparties" bin, hab ich immer das Gefühl, dass die wenigsten Leute dort wirklich Ahnung von Techno haben bzw sich nicht viele Gedanken über Techno machen>>>sie feiern einfach zu dem was man ihnen vorsetzt(aktuelle Namen,Musik,sich selbst)----ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder selbst entscheiden

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von Alex Carbo » 17. Jul 2009, 15:07

Ich hab mal in meiner heimischen Plattenschrankwand nachgegoogelt... und ein paar Definitionen herausgesucht, welche existierten, als ich selbst anfing auf Parties zu gehen... Voilá:
Ambient
Das für Ambient wegweisende Album wurde bereits 1978 von Brian Eno aufgenommen. Mit "Music for Airports" schuf der Künstler, der die Stilrichtung seines Albums selbst Ambient taufte, schon zur damaligen Zeit ein rein elektronisches Album, das es, wie der Name bereits vermuten lässt, zum Ziel hatte, öffentliche Gebäude, wie eben beispielsweise Wartehallen von Flughäfen, musikalisch zu untermalen. Er versuchte, die Musik gleichermaßen für Leute, die nur kurze Auszüge davon hörten, wie für Leute, die vielleicht so lange verweilten, dass sie eine zweite Wiederholung der Platte auch noch mitbekamen, interessant zu machen. Dafür gestaltete er die Tracks so, dass sie einerseits zwar das natürliche Ambiente der Umgebung reflektierten und darauf unterstützend wirkten, aber andererseits für die sich dort aufhaltenden Menschen unaufdringlichen und unpenetranten Charakter hatten.

Es dauerte dann noch gut 10 Jahre, bis auch andere Künstler Ambient-Sounds produzierten, da erst mit der kommerziellen Etablierung elektronischer Musik durch Techno und House der Weg geebnet wurde für eine Musik, die man nach der Party zum Abschalten hören kann und bei der man trotzdem nicht auf den elektronischen Charakter verzichten muss. Ambient wird also dazu verwendet, nach durchtanzten Nächten auf dem Nachhauseweg oder daheim zu entspannen und runter zu kommen. Weiterer Einsatzort sind Chill-Out Bereiche, die immer öfter auch in kleinen Clubs zu finden sind, und die den Feiernden einen Gegenpol der Ruhe bieten, anhand der Musik, entsprechender Deko und manchmal sogar Obst soll die angenehme Atmosphäre noch unterstrichen werden.

Vom musikalischen Aspekt her ist die Eingrenzung dessen, was genau mit Ambient gemeint ist, schwer: die unterschiedlichsten Sounds von herkömmlichen Alltagsgeräuschen, zumeist aus der Natur, bis hin zu total spacigen Tönen sind zu finden. Der Hauptgedanke bei Ambient ist, eine angenehme Atmosphäre für den Zuhörer zu schaffen, ohne ihm dabei zu viel Aufmerksamkeit abzuverlangen. Innere Ausgeglichenheit soll geschaffen und Stress vermindert werden. Prinzipiell lässt sich eigentlich das meiste, was sich besser zum Entspannen als zum Feiern eignet, als Ambient oder Chill-Out bezeichnen. So laufen beispielsweise auch Trip-Hop oder Minimal Techno unter Ambient. Bekannte Vertreter des Genres sind The KLF (die 1990 das Album mit dem Namen "Chill Out" herausbrachten), The Orb oder Aphex Twin.

Ambient-Plattform in Deutschland bildet das seit 1992 existierende Label Fax Records von Pete Namlook in Frankfurt, das durch eine hohe Anzahl von Releases besonders in der Anfangszeit schnell Bekanntheit erlangte. Über das Fax Sublabel war es Co-Producern des Labelbesitzers möglich, ihre eigenen Soloprojekte zu veröffentlichen, ohne sich von Namlook reinreden lassen zu müssen. Bemerkenswerterweise ist hier, dass der Profit zu zwei Dritteln an die Artists und nur zu einem Drittel an das Label fiel. Diese ungewöhnlich zuvorkommende Haltung den Artists gegenüber hat damit zu tun, dass Namlook selbst eher schlecht mit den A&Rs der Plattenfirmen zurechtkam, die glaubten, ihm sagen zu müssen, was gute und was schlechte Musik ist. Seine Haltung diesbezüglich wird nochmals deutlich, wenn man die auf der Ambient Compilation 2 aufgedruckten Zeilen "if the day ever comes when we have to compromise in any way, that's the day we close down the label" liest.

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von Alex Carbo » 17. Jul 2009, 15:07

Breakbeat

Die Ursprünge von Drum & Bass, Two Step, Jungle & Co. sind in den frühen 1970ern bei Kool DJ Herc zu suchen, der einer der Ersten war, zwei Exemplare derselben Platte zu benutzen, um die in den Tracks enthaltenen Instrumentalpassagen ("breaks") mit Hilfe von Plattenspielern und Mischpult loopen zu können, hatte er doch bei seinen Gigs bemerkt, dass es eben genau diese Stellen sind, worauf die Leute am meisten abfahren. Mit dieser damals neuartigen Technik legte er den Grundstein für Rap und Hip Hop, deren Tracks sich noch heute auf diesem Rhythmusgebilde aufbauen. Anfang der Neunziger, also einige Jahre später, begannen auch amerikanische Technoproduzenten wie Carl Craig mit Breakbeats zu experimentieren, um dem zur damaligen Zeit in der elektronischen Musik omnipräsenten geradlinigen 4/4-Takt zu entfliehen und so als Gegenpol zur Acid-House-Bewegung eine wärmere Richtung einzuschlagen.

In direkter Konkurrenz mit Rap und Hip Hop stehend konnte sich dieser neue Sound in den USA nicht durchsetzen, gelangte aber nach England und erfreute sich dort großer Beliebtheit. Das Angebot der neuen, beliebten Platten war rar, die Nachfrage jedoch groß, weshalb sich viele europäische DJs aufmachten, selbst das zu produzieren, was sie in ihren Sets legen wollten. So entstand eine Variante von Techno, die aufgrund der rohen Sounds "Hardcore" genannt wurde und die ihren Ursprung im Hip Hop hatte, was am deutlichsten durch die besondere Betonung der Breakbeats wurde. Zu beachten ist hierbei, dass die Stilbezeichnung "Hardcore" sowohl britische Breakbeatmusik zwischen ca. 1990 und 93 als auch die Gabber-ähnliche Weiterentwicklung des harten Tekkno-Sounds meint, beide Bedeutungen jedoch musikalisch gesehen kaum etwas miteinander zu tun haben.

In England entstand eine Labellandschaft, die sich aufgrund mangelnder Importware nahezu ohne amerikanischen Einfluss entwickelte. Ebenso wie die Labels wuchs natürlich auch die Szene und war 1991/92 schließlich so groß, dass die Majors sie nicht mehr ignorierten, sondern stattdessen lieber für gewinnbringende Zwecke verwenden wollten. Bandprojekte wie The Prodigy schafften mit "Charly" erstmals den Sprung in die Charts, was jedoch vom Mainstream wesentlich positiver als von den meisten Szeneanhängern aufgenommen wurde: diese behaupteten, dass dadurch dem so genannten "Kiddie Rave" die Türen geöffnet wurden. Die eigentliche Subkultur sah sich und ihre Ideale an die Plattenindustrie verraten.

In der darauf folgenden Zeit setzte sich, zur internen Abgrenzung vom kommerziellen Ausverkauf des Hardcore, in der Szene die Genrebezeichung "Jungle" für die Musik mit dem asynchronen Beat immer mehr durch, man versuchte, sich wieder von der Öffentlichkeit und den Charts in den Underground zurückzuziehen.

Über die Herkunft des Begriffes ist man sich uneinig: einerseits wird behauptet, dass einer der ersten Clubs in London, in dem man den Sound hören konnte, "Jungle" hieß, andererseits stammen die meisten Breakbeats von den Breaks auf James Brown Platten ab und daher könnte die Genrebezeichnung auch mit der James Brown Compilation "Into the Jungle Groove" zu tun haben. Jungle lässt sich als beschleunigte Breakbeats mit einer langsameren Bassline beschreiben. Die Geschwindigkeit der Drums liegt zwischen 140-170 bpm, während die Bassline und der Gesang oft nur das halbe Tempo haben, wodurch bewusst eine gewisses Chaos geschaffen wird. Jungle besteht aus einem 4/4-Takt, wobei der eigentliche Breakbeat, also der Beat, der synkopiert bzw. unregelmäßig ist, auf der 3 zu finden ist. Die dazugehörige Bassline ist weich fließend oder energetisch pumpend und stammt von Dub/Reggae ab. Der hauptsächliche Unterschied zu seinem Vorgänger Hardcore besteht darin, dass dieser sich noch mehr an der Regelmäßigkeit des 4/4-Taktes festhält, während Jungle den oben beschriebenen geloopten asynchronen Rhythmus besitzt. Jungle schlug diese Richtung später noch weiter ein, Hardcore jedoch richtete sich immer mehr auf progressiven Rhythmus aus.

Die Hochzeit des Jungle war 1994, die Hauptquelle der Szene für neue Jungle-Tracks waren illegale Radiosender, allen voran Kool FM. Zentrum der gesamten Bewegung war nach wie vor London. Eine weitere britische Stadt, in der auch wichtige Entwicklungen im Breakbeat-Bereich von statten gingen, war Bristol, hatte man doch dort das Bedürfnis, etwas anderes als den immer schneller und abstrakter werdenden Jungle zu machen, sich wieder eher auf die Ursprünge zu besinnen und mehr an das Tempo und die Struktur von Kool DJ Herc zu halten. Triphop entstand, eine Mischung aus groove-lastigem Acid Jazz, von Frauen fast stimmlos gehauchten oder von Männern sanft gerappten Vocals, ambientalem Charakter, langsamem Tempo von weniger als 120 BpM und trippigen Sounds.

Triphop bietet das, was bei Techno durch das Subgenre Intelligent Techno verkörpert wird: während Jungle zum Feiern und Tanzen gedacht ist, lässt sich zu Triphop besser Chillen und Ausruhen. Bekannteste Interpreten von Triphop sind, zusammen auch "Bristol Sound Holy Trinity" genannt, Portishead, Tricky und Massive Attack, wobei Letztere oftmals als eigentliche Initiatoren des Sounds schon 1991 betrachtet werden.

Ende '94 begann Jungle in verschiedene Subgenres zu zerfallen, das wichtigste davon war Drum & Bass. Während Jungle viele Ragga Vocals und Samples aus dem Reggae-Bereich sowie einen MC, der live die feiernde Menge anheizt, enthielt und sich somit als Crossover zwischen Raggamuffin und Breakbeat bezeichnen ließe, fingen viele Drum & Bass-Produzenten an, die Ragga-Elemente durch jazzig-funkige zu ersetzen und die Geschwindigkeit etwas zu verringern. Prinzipiell sind die Unterschiede zwischen den beiden Genres jedoch ziemlich gering, da Drum & Bass gewissermaßen die Fortsetzung von Jungle darstellt; besonders in England war es so, dass mehr oder weniger der eine Begriff den anderen verdrängte, während das Grundkonzept der Musik größtenteils erhalten blieb. In Deutschland fungierten beide Bezeichnungen gleichermaßen als Überbegriff für die ständig sich neu entwickelnden Breakbeat-Variationen, während sich in den USA hauptsächlich "Jungle" durchgesetzt hat. Wichtigster Interpret von Drum & Bass ist vermutlich Goldie, der bereits 1993 mit "Terminator" einen für die Szene richtungsweisenden Track produzierte. Weitere erwähnenswerte Formen der ständig neu entstehenden Breakbeat-Derivate ist einerseits Big Beat, welches sich hauptsächlich durch seine teilweise rockigen oder sogar punkigen Elemente auszeichnet, wodurch interessanterweise auch eine Zielgruppe angesprochen wird, die normalerweise für elektronische Musik nicht viel übrig hat und nun aber plötzlich trotzdem Hauptvertreter des Subgenres wie beispielsweise Chemical Brothers, Fatboy Slim oder The Prodigy gut findet. Andererseits gibt es dann noch Two Step, was in Großbritannien wesentlich mehr gehyped wurde als in Deutschland und dort beispielsweise durch Artful Dodger die breite Masse erreichte. Two Step hat abgehacktere und weniger rollende Drums, die hauptsächlich aus gesampleten Beats des Drumcomputers Roland TR 909, der ja auch die Grundlage vieler House- und Techno-Tracks darstellte, bestanden und Kombinationen mit House ermöglichten, die sich dann Two Step Garage nannten.

Da Drum & Bass, genau wie Jungle und Breakbeat auch, immer schon besonders offen für Crossover-Produktionen mit anderen, auch Genre-fremden Stilrichtungen waren, sind hier besonders viele kleinere Subgenres zu finden, die meistens keine eigene Szene besitzen, sondern nur deshalb erfunden wurden, um dem neu entstandenen und erneut andersartigen Sound einen Namen zu geben. Exemplarisch seien hier Jazzy Drum & Bass, Techstep, Dark Jungle, Downbeats oder Funky Beats genannt.

Alex Carbo
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Beitrag von Alex Carbo » 17. Jul 2009, 15:08

House

House entstand Mitte der 80er Jahre in den USA aus dem kommerziellen Overkill des Discosounds heraus: wie sehr den Leuten damals der bereits ca. zehn Jahre in den Clubs vorherrschende Sound zum Hals heraus hing, wird wohl am deutlichsten, wenn man sich an den Höhepunkt der "Disco Sucks"- Kampagne zurückerinnert, nämlich die Aufforderung an die Besucher eines Baseball-Spiels im Komishi Park in Chicago, all ihre Discoplatten, die sie nicht mehr hören wollten, mitzubringen, um sie dann nach dem Spiel in einem riesigen Feuer zu verbrennen. Disco brach aufgrund der üblichen Begleiterscheinungen der Kommerzialisierung einer Szene zusammen: die steigende Anzahl schlechter Tracks, die Geldgierigkeit der Produzenten großer Plattenlabels und die sich lösende Underground-Szene, die mit der Verwässerung ihrer Ideen immer unzufriedener wurde. Und eben diese war es auch, die sich der Entwicklung eines neuen Stil aus Disco heraus mit Hilfe der neuen elektronischen Geräte zuwandte, der deeper, ursprünglicher und mehr auf Tanzbarkeit ausgerichtet sein sollte. Die neuen Platten führten das bereits gegen Ende der Discoära immer häufiger auftretende Phänomen, die 12-Inch-Versionen mit längeren Percussionbreaks zu versehen, um den DJs das Mixen der Platten zu erleichtern, weiter, und richteten so den neuen Stil immer mehr auf den Dancefloor aus.

Zu diesem Zeitpunkt gab es den Begriff "House" allerdings noch gar nicht, er wurde erst durch das Warehouse in Chicago, welches 1977 seine Pforten öffnete und den zentralen Entwicklungsort darstellt, geprägt. Der DJ, der den Sound vor Ort über Jahre hinweg populär machte, war Frankie Knuckles. Ursprünglich sollte der New Yorker Larry Levan dort auflegen, der jedoch seine Heimatstadt nicht verlassen wollte und dann in der Paradise Garage in New York an den Plattentellern stand. Genauso, wie der Sound in Chicago aufgrund des Clubs "House" genannt wurde, entstand in New York der Begriff "Garage". Während Garage sich eher aus Soul heraus entwickelt hat und somit sehr gesangsorientiert ist, ist House durch seinen treibenden Rhythmus meist schneller und auch energiegeladener. Frankie Knuckles kommentierte dies so: "All of the records coming out of New York had been either mid or down tempo, and the kids in Chicago wouldn't do that all night long, they needed more energy".

In House fanden sich außerdem vereinzelt Spuren von Euro-Electronic-Beats wie sie beispielsweise von Kraftwerk produziert wurden, sowie die typischen Klavier-Loops. Des weiteren charakteristisch für die meisten Housestücke ist der 4/4-Takt, Snare-Drums bzw. HandClaps auf 2 und 4 und die Geschwindigkeit von ca. 120 bpm, was ungefähr der Herzfrequenz der Tänzer entspricht. Auch wenn der Sound nicht vollkommen identisch war, gemeinsam hatten die beiden Clubs jedoch, dass hier die Musik im Vordergrund stand, während es sonst zur damaligen Zeit üblich war, nach Herkunft und sexueller Vorliebe getrennt zu feiern, und somit die vorherrschenden Barrieren und Vorurteile überwunden wurden.

Es ist immer noch strittig, welches die erste House-Platte war, aber sie wurde mit ziemlicher Sicherheit von Jessie Saunders und auf dem Mitchball-Label produziert.

Die nächste einschneidende Entwicklung House betreffend ging ca. 1985 von statten, als, parallel zu der eher im Stillen vorgehenden Entstehung von Techno in Detroit, in Chicago eine neue Minimalversion von House entstand, die Acid House hieß, sich voll und ganz auf den Gebrauch der Roland 303 Bassline und des Roland 808 Drumcomputer stützte und mit den Sounds experimentierte, die man damit produzieren konnte. Acid House gelangte 1987 nach England, und wurde dort zur größten Jugendbewegung seit Punkrock. Die englischen Produzenten machten ihre eigenen Acid House Tracks und die Szene boomte. Mit dem Summer of Love 1988 erreichte die Entwicklung ihren Höhepunkt, dessen Hauptantriebskraft eine Handvoll DJs wie beispielsweise Paul Oakenfold oder Danny Rampling waren, die den Sommer zuvor auf Ibiza verbracht hatten und nun den Sound der Baleareninsel mit nach England brachten. "We Call It Aciiieeed" von D-Mob schaffte es auf Platz Eins der Charts, und war somit, genau wie der gelbe Smiley, der sozusagen als Maskottchen der gesamten Bewegung fungierte, allgegenwärtig. Die englische Klatschpresse nahm sich ebenfalls der neuen Jugendbewegung an, und verbreitete allerhand Schauermärchen, nicht nur die Musik, sondern vor allem auch die mit der Szene verbundenen Drogen betreffend.

Auch in Deutschland erlebte Acid House einen regelrechten Hype und wurde mit Interpreten wie dem damals 13jährigen Kid Paul sogar in der Bravo breitgetreten. Obwohl Acid House nach wie vor im Underground weiterexistierte, war der richtige Acid-Boom aber wieder genauso schnell verschwunden, wie er gekommen war: schon 1989 hatten alle genug davon und House allgemein wurde vorerst von Techno verdrängt. Vom Überbegriff für die Musik, die zur damaligen Zeit in den Clubs lief, wurde House zu einem Subgenre von Techno, welches sich inzwischen zum Inbegriff für jegliche Form von elektronischer Musik etabliert hatte. Natürlich existierten kleine Subgenres von House auch weiterhin, ein Beispiel dafür ist Progressive House, das Anfang der 90er entstand, und, zumindest im damaligen Verständnis dieser Bezeichnung, eine Mischung aus Techno und House darstellte. Heute versteht man darunter meist House-Tracks, die tranceartige Elemente beinhalten. Ebenfalls Progressive House gemeint ist mit der Bezeichnung "Handbag", die dadurch entstanden ist, dass die Frauen beim Tanzen ihre Handtaschen neben sich auf die Tanzfläche stellten.

Wie bereits erwähnt, herrschte in den darauf folgenden Jahren hauptsächlich Techno in der Clubszene vor, House konnte sich erst ca. 1995/96 mit einem großen Revival zurückmelden, das kommerziell mit dem Charterfolg der Bucketheads und ihrem Track "The Bomb" eingeläutet wurde und logische Konsequenz des in der Clubszene wieder stark aufkeimenden Discohouse war. In der folgenden Zeit gab es eine Vielzahl an Re-Releases alter Songs der Discoära aus den Jahren 1977-82. Der Erfolg des Discorevivals lässt sich in Sehnsucht nach Wärme, welche die schnelleren und härteren Beats des Techno nicht stillen konnte, des upliftenden Charakters der House-Tracks und der Erinnerungseffekte an alte Songs, die beim Hören der eigentlich "neuen" Stücke auftraten, erklären.

House entwickelte sich natürlich auch in den folgenden Jahren noch weiter und so entstanden eine Vielzahl interessanter Kreuzungen von House mit Elementen anderer Genres.

1997 beispielsweise entstand Speedgarage, eine Bezeichnung, die hauptsächlich von den britischen Medien geprägt wurde. In der Szene selbst verwendete man eher den Begriff UK-Garage. Mit Speed hatte diese Form von Garage nämlich nicht viel zu tun: sie war mit 130 bpm nur ungefähr 10 bpm schneller als die Ursprungsform selbst. Hauptcharakteristika dieser Stilrichtung waren tiefe Basslines im Reggae-Stil, was nicht zuletzt damit zu tun hatte, dass viele Producer aus der Jungle/Drum & Bass-Szene kamen, und mit Timestretching verzerrte Vocals; außerdem konnte man darin Elemente verschiedenster Musikrichtungen wie beispielsweise Jazz, Latin oder Jungle finden. Speedgarage ließe sich somit also als eine Mischung von Garage, Drum & Bass sowie weiteren, kleineren Einflüssen bezeichnen. Die erste Speedgarage-Compilation mit dem Namen "Underground Frequencies Volume 1" erschien schließlich am 23. Juni 1997 in England, auf der Double 99, Rosie Gaines, Bobby D'Ambrosio u.a. vertreten waren. Die Macher der Compilation hatten sich zum Ziel gesetzt, anhand der CD den neuen UK-Garage-Sound einer breiteren Masse nahezubringen, und ihr darüber hinaus zu verdeutlichen, worum es ihnen mit dieser Form von Musik eigentlich genau geht, da sich zu dieser Zeit die Szene über die Grenzen der Trendmetropole London hinaus beispielsweise nach Leeds oder Birmingham ausdehnte.

Ungefähr zur gleichen Zeit entstand Hardhouse, eine 150 bpm schnelle Mischung aus überwiegend trance- und gabberartigen Elementen und ein wenig House. Die Stilrichtung liebäugelte mit der Rave Kultur und der Happy Hardcore-Zeit der frühen Neunziger. Viele der DJs, die Hardhouse auflegten, kamen ursprünglich aus der Trance-Szene und suchten nach einem Weg, sich weiterzuentwickeln. Wie so viele neue Stile und Trends kam auch Hardhouse aus England, genauso wie die wohl bekanntesten DJs dieses harten, schnellen und äußerst Club-orientierten Sounds, Lisa Lashes und Anne Savage. Eine Hardhouse-Compilation, die auf der Insel sehr beliebt war, war "Hard House Euphoria" sowie die "Hard NRG" Alben des Labels Ministry of Sound.

Noch aktuellere Trends House betreffend sind beispielsweise Latin House, welches besonders 2000 boomte und sich überwiegend durch die unterschiedlichsten Einsätze von Drums, die sonst von Combo Bands verwendet wurden, und Samba-Einflüssen auszeichnete, oder im Gegensatz dazu TechHouse, welches, wie der Name schon vermuten lässt, eine Mischung aus Techno und House ist und eher minimalistisch ausfällt.

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Beitrag von Alex Carbo » 17. Jul 2009, 15:09

Entstehung von Techno

Während in den 70ern Bands wie Kraftwerk noch Pioniercharakter hatten, wurden gegen Ende des Jahrzehnts für Songproduktionen immer öfter nicht nur herkömmliche Instrumente, sondern auch Synthesizer verwendet und in den 80er Jahren schließlich war elektronische Pop-Musik längst nichts mehr Ungewöhnliches. Techno wurde zur damaligen Zeit von seinen ersten Interpreten sowie heute rückblickend als logische Konsequenz der allgemeinen Technologisierung eben auch in der Musikbranche gesehen und oftmals sogar als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine bezeichnet. Schon damals beginnt Techno, den langsam aufkeimenden Trend zum verstärkten Gebrauch des Computers widerzuspiegeln und ist somit nach wie vor Reflexion von Aspekten unserer Gesellschaft.

Während sich Techno zur damaligen Zeit in Europa allerdings noch oftmals dem Vorwurf ausgesetzt sah, durch den alleinigen Einsatz elektronischer Geräte und dem Fehlen "echter" Instrumente eine gewisse Kälte auszustrahlen, wurde es in den USA wesentlich offener empfangen: bereits 1982 verbanden Afrika Bambaataa & The Soul Sonic Force in dem Track "Planet Rock" Auszüge aus Kraftwerk-Stücken mit Rap und schufen so ein heutiges Subgenre von Techno, nämlich Electro. In der folgenden Zeit wurden große Mengen von Electro/Rap-Fusionen produziert, solange bis der unvermeidliche Overkill Electro für lange Zeit nahezu komplett von der Bildfläche verschwinden ließ und gleichzeitig HipHop, wie man ihn heute kennt, ins Leben rief. Ein internationales Revival von Electro setzte dann1996 ein, dem von Detroits Seite allerdings nicht viel Neues hinzugefügt wurde: zwar antwortete man mit einer Schwemme neuer Labels und Musikern, diese widmeten sich jedoch alle der Old School, indem sie bereits Dagewesenes wieder aufgriffen und intensivierten und somit nichts Innovatives schufen. In Deutschland hatte Electro anfangs nicht genügend Eigendynamik, und somit musste dann trotzdem meistens wieder auf Techno zurückgegriffen werden, um die Leute zum Feiern zu bewegen. In den letzten Jahren hat sich diesbezüglich jedoch einiges getan: Electro erfreut sich stets zunehmender Beliebtheit, es wird von vielen DJs und, im Gegensatz zu früher, auch von zahlreichen Clubs supportet. Doch zurück zu 1982:

Ebenfalls ungefähr zu dieser Zeit verarbeiteten die beiden Detroiter Juan Atkins und Richard Davies den Einfluss, den Kraftwerk auf sie ausgeübt hatte, in der Gründung des Projekts "Cybotron", und kombinierten die elektronischen Klänge der deutschen Band mit British New Wave. 1984 produzierten sie den Track "Techno City" womit sie ihrer Musik einen Namen gaben und gleichzeitig ein neues Genre erschufen. Als sich 1985 die beiden dann trennten, gründete Juan Atkins das Soloprojekt Model 500 und begann außerdem, mit Plattenspielern und dem TR 808 Drumcomputer aufzulegen.

In Zusammenhang mit Detroit und Juan Atkins muss auf jeden Fall auch Kevin Saunderson genannt werden, die zusammen mit Derrick May von der Presse auch die "Belleville Three" (sie besuchten alle drei die gleichnamige High-School) genannt wurden und als Urväter des Techno gelten. Im Booklet seiner im März 2002 veröffentlichten Mix-CD sagt Kevin Saunderson von sich selbst "I am now known for being one of the creators of Techno", und hat damit mehr als Recht, was ihm unter anderem auch durch seine großen kommerziellen Erfolge beispielsweise als Inner City mit "Big Fun" oder "Good Life" bestätigt wird. Erstaunlicherweise konnte sich Techno jedoch weder in seiner Geburtsstadt Detroit noch landesweit durchsetzen, da in den USA weiterhin HipHop und Rap wesentlich populärer waren. Es gelangte aber ca. 1988, vor allem durch den Virgin-Sampler "Techno! The New Dance Sound from Detroit", über England nach Europa und erfreute sich dort größter Beliebtheit. Es löste den gerade zu Ende gehenden Acid-House-Boom ab und machte in Deutschland Frankfurt und Berlin zu Technohochburgen. Durch die eben gefallene Mauer und die Vereinigung beider Stadtteile wurde in Berlin kreatives Potential freigesetzt, das sich durch viele illegale Parties in einfallsreichen Locations wie Abbruchhäusern, Industriehallen, Theatersälen etc. bemerkbar machte. Die auf diesen Parties vorherrschende Musikrichtung war eine extrem harte Variante von Techno, deshalb auch Tekkno oder Hardcore Techno genannt, und wurde als "eine Art Marschmusik für Roboter" (Spiegel, '91) oder die "härteste Tanzmusik aller Zeiten" (Stern,'92) bezeichnet. Aus dem Underground in die Öffentlichkeit gelangte Tekkno unter anderem durch die von Wolle Neugebauer veranstalteten Tekknozid-Parties direkt nach der Maueröffnung, und der Dance Hall Sendung des Radiosenders DT 64 mit Marusha, durch welche es ermöglicht wurde, die Musik auch außerhalb Berlins zu verbreiten. Interessanterweise zog dieses Subgenre von Techno auch erste Modetrends mit sich, und zwar Camouflage-Klamotten, weiße Handschuhe, Müllwesten, Wasserspritzpistolen oder in extremeren Fällen Gasmasken oder Staubsauger auf dem Rücken.

Schon 1992 distanzierten sich immer mehr Leute von Hardcore-Techno, lediglich in den Benelux-Ländern konnte es sich weiterhin behaupten, und entwickelte sich sogar noch weiter, und zwar zu dem, was man dann Gabber nannte. Zentraler Ort der Entwicklung war hierbei Rotterdam, Labels wie Rotterdam Records sind repräsentativ für den Sound, der immer wieder versuchte, die Grenzen an Härte und Schnelligkeit zu brechen und teilweise über 200 bpm aufwies. Bereits zur damaligen Zeit waren in den Niederlanden Raves mit 20.000 Besuchern keine Seltenheit. Laut Aussage von Paul Estak, Labelmanager und Produzent von Rotterdam Records, interessierten sich ca. 70% der aller Jugendlichen dort für House und Techno, was unter anderem auch mit der Tatsache, dass Fußball und Techno dort sehr eng miteinander verbunden war, zusammenhing. Es kam oft vor, dass die Fans sonntags nach dem Rave gemeinsam ins Stadion gingen, genauso wie während der Halbzeit im Fussballstadion Gabber zum Anheizen der Fans gespielt wurde.

In Deutschland begann die Kommerzialisierung des Techno schließlich 1992, als die großen Plattenfirmen auf Techno aufmerksam wurden, was nicht zuletzt mit der immer größer werdenden Love Parade (es waren bereits 15000 Leute dabei) zu tun hatte. Sie versuchten die für sie neue Musikrichtung zu vermarkten, was allerdings weder bei Partybegeisterten noch bei der breiten Masse auf offene Ohren stieß und daher nicht wirklich zu Verkaufserfolgen führte. Die Plattenindustrie zog sich deshalb vorerst wieder zurück, bis schließlich 1994 mit Acts wie beispielsweise Marusha der kommerzielle Durchbruch geschafft und eine neue Stilrichtung erschaffen war: Rave-Techno, von Gegnern auch "Spielzeug"- oder "Kirmestechno" genannt. Tracks wie "Somewhere over the Rainbow" können als ­wenn auch vielleicht ungewollte- Vorläufer von den in den folgenden Jahren kommerziell äußerst erfolgreichen Dancefloor-Tracks gesehen werden, deren Interpreten meist nach zielgruppenspezifischen Aspekten ausgesucht wurden und deren Image ebenfalls so designed wurde, dass es für die breite Masse möglichst verkaufsanimierend wirkte. Folglich kamen die meisten Stars dieser bedauernswerten, da einzig und allein kommerziellen Gesichtspunkten entsprungenen Entwicklungsform von Techno nicht aus der Szene und störten sich deshalb, mit Blick auf ihren Kontostand, auch nicht daran, dass sie von wirklichen Technoliebhabern kaum Zuspruch bekamen. Problematisch war nur, dass Projekte wie Scooter oder Blümchen für die Allgemeinheit, die sich mit elektronischer Musik noch nicht oder kaum auseinandergesetzt hatte, als repräsentativ betrachtet wurde und sie daher oftmals ­ nachvollziehbarerweise - wenig Verständnis für die Szene aufbrachte. Doch auch Szeneinsider spalteten sich mit der leidigen Diskussion um Underground und Kommerz in zwei Lager auf: während die einen die gesamte Entwicklung gut hießen, weil sie nun ihr Hobby zum Beruf machen konnten und außerdem auf diesem Wege eine wesentlich breitere Masse überhaupt auf elektronische Musik (auch wenn diese wirklich teilweise qualitativ alles andere als hochwertig war) aufmerksam wurde, gab es natürlich auch genügend Gegner der Kommerzialisierung, die den wirklichen Spirit des Techno verwässert sahen, den alten Zeiten nachjammerten oder vielleicht auch einfach nur neidisch waren, dass sie es nicht geschafft hatten, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Fakt war auf jeden Fall, dass nun die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten war und Techno anfing, zu einer Art modernen Pop zu werden: die Musikindustrie war nun dazu bereit, die "Technorevolution" in die allgemeine Unterhaltungsmaschinerie einzugliedern. Während Techno zu Beginn selbst noch als integrales Teil von House betrachtet wurde und House der Oberbegriff für den Sound, der in den Clubs lief, war, etablierte es sich nun durch den wachsenden Bekanntheitsgrad immer mehr zum Oberbegriff für elektronische Musik.

Eine weitere Konsequenz der immensen Charterfolge war neben dem Unmut in der Technogemeinde die Geburt des Subgenres Intelligent Techno, welches seinen Ursprung in England hatte, auch dort als Gegenpol zu Hardcore und kommerzieller Dance Music fungierte, und daher bestrebt war, seinen Konsumenten etwas komplett Anderes als das bisher Erhältliche zu bieten. Im Gegensatz zum allgemeinen Geschehen im Bereich der elektronischen Musik setzte man hier vor allem auf Minimalismus, reduzierte also den Sound nüchtern auf wenige Elemente, und versuchte, Tracks zu produzieren, die eher für das Wohnzimmer als für den Club gedacht waren, oder wie es auf dem CD-Cover des vermutlich für das Genre namensgebende Release des britischen Labels Warp Records "Artificial Intelligence" ausgedrückt wurde:

"Artificial Intelligence Daesch electronic 'Listening music' for Long journeys quiet nights and club drowsy dawns. Listen with an open mind." Es handelte sich also hierbei nicht mehr vorrangig um Musik, zu der man tanzen können musste, sondern eher um den Akt des Hörens der Musik. Dadurch, dass sich die Produzenten dieser Musik von dem Klischee, dass ein Track auf dem Dancefloor funktionieren muss, frei machten, wurden kreative Freiräume geschaffen, die die Produktion eines vollkommen neuen Sounds ermöglichten, für dessen Verbreitung unter anderem Projekte wie The Future Sound of London oder Aphex Twin sorgten.

1994 war auch das Jahr, in dem erstmals die Öffentlichkeit auf das in der Szene vorherrschende Drogenproblem aufmerksam wurde; in den meisten Massenmedien waren reißerische Berichte über Ecstasy zu finden. Als jedoch der Berliner Verein Eve & Rave mit ihrer Broschüre über Party-Drogen einen Versuch der Aufklärung und Eindämmung von Risiken startete, sahen sie sich sogar mit einem Indizierungsantrag der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften konfrontiert, der dann jedoch abgelehnt wurde. Das Heftchen war aufgrund der Uneinigkeit und des fehlenden Konzeptes innerhalb der zuständigen Ämter mal erlaubt und dann wieder verboten, wurde aber schließlich in leicht veränderter Form endgültig zugelassen, womit ein Schritt in die richtige Richtung der aufklärenden Drogenpolitik gemacht wurde.

Nachdem Techno 1994 erstmals kommerziell sehr erfolgreich war, setzte sich diese Entwicklung in den darauf folgenden Jahren fort. Weiterhin stieg die Anzahl der Dancefloorproduktionen und des "Eurotrashs" (wie z.B. Scooter) in den Charts, aber auch der Markt für qualitativ hochwertige Musik, die aus der Szene kam, wurde breiter. Techno wurde immer facettenreicher und ständig wurden neue Variationen davon geschaffen, wodurch es nicht mehr einen großen, alles verändernden Trend, sondern eher viele kleine nebeneinander her existierende Strömungen gab, die sich einerseits ständig gegenseitig befruchteten und beeinflussten, aber auch in sich neue Richtungen einschlugen und genauso gerne klassisches Material wieder aufbereiteten.

Ein Beispiel für eine Techno-Variante neueren Datums aus dem mitteldeutschen Raum ist Schranz. Der Begriff wurde von Chris Liebing geprägt, der 1998 seine Geburtstagsfeier im Frankfurter Omen "Birthday Schranz" nannte, nachdem er die Bezeichnung auch schon des öfteren vorher in Plattenläden verwendet haben soll. Obwohl der Erfinder selbst über diesen Begriff sagt "Für mich war es nie eine Musikrichtung. Es sind Sounds, die übersteuert sind, Krach eben. Ich gehe davon aus, dass eine neue Generation herangewachsen ist, die sich mit den Begriffen Techno oder Trance nicht mehr identifizieren möchte.", versteht man im Großen und Ganzen darunter Progressive Techno, was eine härtere Variante von Techno mit großem Hang zur Monotonie ist. In Zusammenhang mit diesem harten Technosubgenre findet gerne die polarisierende Aufteilung in Hasser und Liebhaber statt, der wechselseitiges Unverständnis zugrunde gelegt ist und die eine indifferente Haltung unmöglich erscheinen lässt.

Als logische Folge des zunehmenden Variantenreichtums wird auch das Angebot in den Plattenläden und Clubs immer umfangreicher: Während mittlerweile in der Clublandschaft für nahezu jeden Geschmack etwas zu finden ist, werden die Record Stores mit einer Flut von Releases konfrontiert, die es neuen Interpreten und kleineren Labels nicht gerade einfach macht, aufzufallen und sich zu behaupten, da es für die Läden einfacher ist, ihre hauseigenen Produkte, Favourties oder nur noch die wirklich großen Renner zu vertreiben. Durch die fragmentartige Entwicklung und die somit immer schwieriger werdende Klassifizierung der einzelnen Subgenres entwickelt sich "Techno" immer mehr von der spezifischen Musikbezeichnung zu einem Überbegriff, der einerseits viele verschiedene Erscheinungsformen von elektronischer Musik einschließt, andererseits aber auch den gesamten Lifestyle, den die "Raving Society" zelebriert, und damit eine Lebenshaltung, die sich bewusst auf die moderne Technologie einlässt.
Zuletzt geändert von Alex Carbo am 17. Jul 2009, 15:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Alex Carbo » 17. Jul 2009, 15:09

Trance

Schon seit Jahrtausenden wird von Naturvölkern repetitive Musik als Methode zur Grenzüberschreitung in tranceartige Zustände verwendet, und obwohl diese Möglichkeit der Bewusstseinsveränderung in der westlichen Welt lange Zeit vergessen war, ist in den vergangenen Jahrzehnten das Bedürfnis der Menschen nach einem Gegenpol zum hochtechnologisierten und anstrengenden Alltag verstärkt und die Suche nach entspannenden Grenzerfahrungen neu erweckt worden.

Besonders die fortschreitenden Entwicklungen im Bereich der elektronischen Musik erleichterten es wesentlich, einen Sound, der durch Wiederholung und Rhythmus tranceartige Zustände hervorruft, zu erzeugen. Trance als eigenständige Musikrichtung entstand um 1991, zu Zeiten, als Techno selbst immer schneller und härter wurde und sich somit in Teilen der Dance-Szene das Bedürfnis auftat, andere Sounds mit mehr Melodie, Langsamkeit und Harmonie zu erfahren. Das Tempo von Trance liegt bei vergleichsweise gemäßigten 130-140 bpm, von Techno hat man lediglich den geraden Rhythmus übernommen, über den melodiöse Flächen, Samples und Vocals gelegt sind. Charakteristisch für Trance sind außerdem verhältnismäßig laute Hi Hats, der höher und tiefer werdende Bass, die oftmals träumerischen und spacigen Soundlandschaften sowie die sich steigernden Drums, die zur Erzeugung eines Spannungsbogens verwendet werden.

Während Trance Anfang der 90er in England hauptsächlich von Paul Oakenfold propagiert wurde, waren in Deutschland Sven Väth durch seine Veröffentlichungen sowie seines Clubs "Omen" in Frankfurt und Cosmic Baby mit "Stellar Supreme" maßgeblich an der Entwicklung von Trance beteiligt. Kurze Zeit später nahmen sich immer mehr Mainstream DJs des neuen Sounds an und zahlreiche Produktionen geschäftstüchtiger Labels ließen Trance in eine Richtung entwickeln, die von wirklichen Liebhabern des Sounds oftmals als platt, nicht subtil genug und mit der ursprünglichen Form nicht mehr viel gemeinsam habend beschimpft. Als besonders ärgerlich wurde erachtet, dass gerade die anfangs sich so angenehm abhebende Freundlichkeit und Wärme des Sounds aufgrund seines eingängigen Charakters die großen kommerziellen Erfolge erst möglich gemacht hatten. Obwohl die Liebhaber des wahren Trance die Unterstützung solch geistloser Musik scharf kritisierten, kam es ungefähr 1996 zu einer zweiten großen Trance-Welle, diesmal in Form von Dreamhouse. Der neue Sound, in dessen Namen das Wort "Trance" zur effektiven Vermeidung negativer Assoziation sicherheitshalber gleich ganz ausgespart war, ist von Robert Miles, der sich wohl nie hätte träumen lassen, welche Auswirkungen folgen könnten, mit seinem Sommerhit "Children" losgetreten worden. Das Revival des Trance nahm man begeistert in den europäischen Dance-Gemeinden, kurze Zeit später auch in Amerika und osteuropäischen Ländern, auf, wobei es sich besonders in England großer Beliebtheit erfreute und dort von DJs wie Paul Oakenfold oder Sasha an ein Publikum, das nach neuen Abenteuern und neuer Energie in der Musik und beim Feiern suchte, getragen wurde.

Trance wurde erneut denunziert, diesmal als alter Hut und Schnee von gestern. Doch jetzt sahen viele Liebhaber des ursprünglichen Trance darin eine Chance, ihn zu dem zurückzubringen, wofür es eigentlich ursprünglich gedacht war: als Musik für den Geist, nicht für den Kommerz.

Eine Form von Trance, die diesen Leitfaden besonders ernst nahm, entwickelte sich Ende der 80er bzw. Anfang der 90er Jahre in der westindischen Provinz Goa, wo sich bereits seit der Hippie-Ära Freigeister, Musik- und Drogenliebhaber aus allen Teilen der Welt zum Relaxen, Kräfte tanken und gemeinsam feiern trafen. Während früher eher Bands wie Pink Floyd, Grateful Dead oder The Doors populär waren, wurden nun auf den Strandparties verstärkt elektronische Sounds, die DJs aus Europa mitgebracht hatten und welche die bewußtseinserweiternde Wirkung der dort konsumierten Drogen noch unterstützten, zum Feiern verwendet. Nach einer gewissen Zeit begann sich ein neuer Stil zu entwickeln, der sowohl von der vorherrschenden Lebenphilosophie als auch den Halluzinogenen beeinflusst war: Goa-Trance.

Der typische Goa-Trance Track dauert zwischen 8 und 10 Minuten, wobei die überdurchschnittliche Länge mit dem Bestreben, die Hörer in auf eine Reise zu schicken, zusammenhängt: in den ersten paar Minuten baut sich die Musik langsam auf und wird immer intensiver, bis schließlich nach ca. 5 oder 6 Minuten der Höhepunkt erreicht ist. Danach hat der DJ noch genügend Zeit, um sich zu entscheiden, ob er die Reise in gleicher Weise fortführen oder lieber zu etwas Anderem übergehen will. Darüber hinaus wurde, zumindest zu Beginn der Entwicklung, bei den meisten Tracks die Tatsache, dass die favorisiert konsumierte Droge LSD war, ausgenutzt, da es so besonders einfach war, anhand analoger Effekte und Sounds die Zuhörer in ferne Sphären zu befördern. Das Hauptanliegen von Goa war, die Hörer mit der Musik zu verbinden, um so ein übernatürliches Erlebnis zu schaffen. Die Besonderheit liegt darin, dass, im Gegensatz zu den anderen elektronischen Musikformen, Goa nicht auf Parties in Clubs und damit verbunden auf gute Soundsysteme und Lichtanlagen ausgerichtet ist, sondern versucht, den Fokus auf die Verbindung zur Natur, die inhaltliche Essenz und Purität des Sounds, nicht aber auf die Umgebung zu legen. Die Parties fanden im Freien statt und meist gab es keine Plattenspieler, statt Vinyl wurden Kassetten abgespielt. Die meisten Goa-Parties gehen auch heute noch erst gegen 4 Uhr morgens richtig los, dafür ist aber auch vor dem darauf folgenden Nachmittag nicht mit einem Ende der Party zu rechnen.

Obwohl oder vielleicht gerade weil niemand in der Szene auf kommerzielle Vermarktung der Musik Wert legte ­ daher gibt es auch eigentlich keine wirklich berühmten Vertreter des Stils ­ erlangten die Goa-Parties Kultstatus, und immer mehr Partygänger, die hierzulande vielleicht schon lange die spirituelle Seite des Feierns in den Clubs vernachlässigt sahen, wollten auch nach Goa reisen, um bei den legendären Veranstaltungen dabeizusein. Einer der ersten, der Goa nach Deutschland brachte, war Sven Väth, der 1993 in seiner Veröffentlichung "Accident in Paradise" die in Indien gesammelten Impressionen musikalisch umsetzte. Als die Parties immer größer wurden, waren eigentlich nur noch wenige Verfechter der ersten Stunde dabei, da ihnen die gesamte Bewegung zu profan wurde und der wirkliche Sprit bei den neu hinzugekommenen Anhängern oftmals fehlte. Daher wandte man sich ab von der Bezeichnung "Goa-Trance", die inzwischen echt keiner mehr hören konnte, auch weil von den zahlreichen Veranstaltungen, auf denen diese Art von Musik zu hören war, ja nur noch die wenigsten wirklich in Goa stattfanden und kam zum neuen, unverfänglicher formulierten und nicht mit negativen Konnotationen versehenen Begriff "Psychedelic Trance", der aber im Großen und Ganzen eigentlich immer noch dieselbe Musik meint.

Das seit 1991 jährlich bei Putlitz stattfindende VooV Experience-Festival ist wohl in Deutschland der beste Beweis dafür, dass sich Goa- bzw. Psychedelic Trance auch zum heutigen Zeitpunkt noch größter Beliebtheit erfreut: Beim zehnjährigen Jubiläum 2001 fanden sich 10.000 Besucher ein, um den Alltag zu vergessen und gemeinsam zu feiern.

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Beitrag von Sputnik » 18. Jul 2009, 12:23

Kannstes mir ausgedruckt in Briefkasten legen? :lach:

Däschno Daesch uff die :top2:

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Beitrag von Alex Carbo » 23. Jul 2009, 13:15

Ansonsten hab ich grad noch was ganz nettes gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=9LbtkJ2UZ6E

Gibts grad auch als 2h DVD - sehr empfehlenswert!

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Beitrag von schnack » 23. Jul 2009, 14:04

na ja, der Daesch alt!

der talla hats erfunden, nicht die schweizer

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Beitrag von annoserk » 23. Jul 2009, 15:20

:rofl2:

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von a-one » 16. Feb 2010, 21:41

Chris Liebing erklärt die Entstehung von Schranz
http://www.youtube.com/watch?v=98aLqXTziMk

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von a-one » 17. Feb 2010, 22:18

Wie entsteht Neues bei der Produktion elektronischer Tanzmusik?: eine explorativ-ethnografische Erhebung
(Diplomarbeit)
http://www.ssoar.info/ssoar/View/?resid=7074

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von GrandSpar » 19. Feb 2010, 22:14

a-one hat geschrieben:Chris Liebing erklärt die Entstehung von Schranz
http://www.youtube.com/watch?v=98aLqXTziMk
tja, wie kommerz eine musikrichtung zerstören kann, oder wie?

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von Fotznkutte » 23. Feb 2010, 02:13

Sputnik hat geschrieben:http://www.tekknozid.de/

=> VIDEO !!!

geil :fettgrins:
Bleep78 hat geschrieben:vielleicht sollte die Frage lauten: Techno,was war das mal?
We Call It Techno ( doku ) einfach ma ansehen und sich ne meinung bilden!
TRAILER: http://www.youtube.com/watch?v=9LbtkJ2UZ6E

presse:
A documentary about Germany´s early Techno scene and culture.

Inspiriert durch neue Klänge, neue Technologien und die politischen Ereignisse der Zeit entsteht Anfang der 90er Jahre in Deutschland eine Szene, die euphorisch den Beginn einer neuen Zeit feiert. In Berlin, Frankfurt und auch in vielen anderen Städten Deutschlands basteln die Aktivisten an einer neuen Musik- und Clubkultur rund um die Koordinaten Techno und House.
Auf der Berliner Loveparade 1991 treffen die lokalen Szenen erstmals aufeinander. Der Trend gerät zur Bewegung. Ein deutscher Summer of Love, der schlagartig Lebensläufe ändert und Karrieren loskickt. Das „Prinzip Techno“ steht für Experimentieren, Grenzüberschreitung und Selbermachen. Aus Fans werden DJs oder Party-Veranstalter. Labels werden gegründet, Plattenläden eröffnet. Die Szene wächst. Eine eigene Welt entsteht. Netzwerke abseits der etablierten Strukturen werden gespannt. Für einen Moment lang scheint alles möglich…
WE CALL IT TECHNO! erzählt von der heftigen Entstehungsphase der ersten Popkultur, die maßgeblich in Deutschland entstanden ist.
Mit exklusiven Interviews und umfangreichem, weitgehend unveröffentlichtem Film- und Fotomaterial aus den Jahren 1988-1994!



Inkl. Kommentaren von Ata, Cosmic Baby, Mijk van Dijk, Elsa for Toys, Hell, Mike Ink., Jürgen Laarmann, Mark Reeder, Tanith, Triple R, Upstart, Sven Väth, Wolle XDP und vielen anderen.

also obs alles so stimmt wie die das erzähln weis ich nich aber für mich kommt das alles sehr glaubhaft rüber.

ich würd sogar fast sagen das das für die heutige jüngere techno( als überbegriff für electr.mu. ) generation irgendwie ne pflichtlektüre sein müsste!
zumindest das der grobe urschleim mal jeden erreicht! ich hab echt schon einige leute gesprochen die garnich wussten in welchem land Techno "erfunden" wurde und das Daesch ja dann schon ganz schön traurig..............auzerdem....... es heist ja immer .........FRÜHER WARS BEZZER .............. :speaker: :speaker:

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von schnack » 23. Feb 2010, 13:54

Fotznkutte hat geschrieben:also obs alles so stimmt wie die das erzähln weis ich nich aber für mich kommt das alles sehr glaubhaft rüber.
ich dachte auch mal das columbus amerika entdeckt hat

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Beitrag von Da_Face » 23. Feb 2010, 16:22


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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von a-one » 24. Feb 2010, 23:16

DJ und Diplom

Der Techno-Akademiker

Soziologe Jan-Michael Kühn hat eine Diplomarbeit über elektronische Tanzmusik geschrieben. Das Wissen dazu hat er sich im Berliner Nachtleben angeeignet.

Gut aufgelegt. Für seine Arbeit hat Jan-Michael Kühn die Note 1,8 erhalten. In seiner Familie war er früher das Sorgenkind, weil er sitzen geblieben war. Später brachte ihn ein Abend im »Casino« auf den richtigen Weg. Seither arbeitet er selbst als DJ. Außerdem produziert Kühn mittlerweile eine eigene Internetradioshow.

Seit mehr als fünf Jahren ist das „Casino“ schon dicht, aber Jan-Michael Kühn erinnert sich an seinen ersten Besuch in dem Club nahe Ostbahnhof, als läge er ein Wochenende zurück und nicht bereits ein Jahrzehnt. Von vorne schlug ihm die Hitze der tanzenden Menge ins Gesicht, von hinten drängelte Nachtmenschennachschub in den Raum und drückte Kühn mitten rein ins Techno-Geschehen. Von diesem Moment an war er fasziniert. Was er damals nicht ahnte: dass diese Nacht seinen späteren Werdegang mitbestimmen würde.

Es ist früher Nachmittag und Jan-Michael Kühn, 29, sitzt im „Puschkin“ am Rosenthaler Platz in Mitte, gleich um die Ecke wohnt er. Kühn redet mit ruhiger Stimme. Dabei hätte er allen Grund, aufgeregt und überdreht zu sein. Gerade hat er sein Soziologiestudium an der Technischen Universität beendet, mit einer Diplomarbeit zum Thema Techno. Der Titel: „Wie entsteht Neues bei der Produktion elektronischer Tanzmusik im Homerecording-Studio?“ Für seine „explorative ethnografische Erhebung“ hat er mit verschiedenen Berliner Techno-Produzenten gesprochen, sie beim Basteln ihrer Musikstücke beobachtet. Sein Fazit: Das Genre Techno gibt bestimmte musikalische Gestaltungsmöglichkeiten vor; die Infrastruktur der Szene bietet die wirtschaftlichen Verwertungsmöglichkeiten.

Dass sich Jan-Michael Kühn mit diesem Thema beschäftigt hat, ist unter anderem auf jenen Abend im „Casino“ zurückzuführen. Damals beschloss Kühn, selbst die Menschen zum Tanzen bringen zu wollen. Deshalb nannte er sich fortan Fresh Meat und wurde DJ. „Das alles hat mich total gepackt“, sagt Kühn. So sehr, dass er sich umgehend Plattenspieler kaufte und anfing, aufzulegen. Erst daheim, zum Üben. Später in verschiedenen Berliner Clubs, unter anderem dem „Golden Gate“ in Mitte, wo er auch diesen Donnerstag wieder an den Decks stehen wird. Eine Zeit lang versuchte Kühn, auch selbst Techno-Songs zu produzieren. Aber weil ihn das Ergebnis seiner Arbeit am heimischen Rechner nicht zufrieden stellte, ließ er es wieder bleiben. „Die Stücke wurden meinen Ansprüchen an die Qualität nicht gerecht“, sagt Kühn. „Vor allem war ich gelangweilt vom Produzieren, das war nichts für mich.“

Trotzdem begleitete er die Techno-Produzenten im Rahmen seiner Diplomarbeit mit großem Interesse. Die störten sich nicht an seinen Fragen. „Techno wird ja meist nur als Konsumprodukt wahrgenommen“, sagt Kühn, „deshalb haben die sich darüber gefreut, dass sich jemand für die Arbeit hinter dem fertigen Stück interessiert.“ Allerdings, betont er, erkläre seine Untersuchung nicht, wie man gute Musik produziert. Der Text beschreibe lediglich, wie und warum sie überhaupt entsteht. Die meisten seiner Gesprächspartner gaben an, mit den selbst gebastelten Tracks ihre Popularität und ihren Marktwert steigern zu wollen. „Du bist nichts anderes als eine Britney Spears oder Madonna, die Musik auf den Markt schmeißen, um gebucht zu werden“, sagt einer der DJs, die nicht namentlich genannt werden wollten.

Die Zahl der Berliner Techno-Produzenten stetig steigt. Das liegt daran, dass die benötigte Hard- und Software mittlerweile für ein paar hundert Euro erhältlich ist. Programme wie „Ableton Live“ sind für viele erschwinglich geworden ist. Und Internetplattformen wie „Beatport“ bieten die Möglichkeit, die Stücke für ein bis zwei Euro zu verkaufen.

Dass Jan-Michael Kühn eines Tages Akademiker wird, daran glaubte er wohl vor einigen Jahren selbst noch so wenig wie seine Mutter. Die zog mit den zwei Kindern Ende der 80er Jahre von Pankow nach Strausberg, wo Kühn nach eigener Aussage die falschen Freunde kennenlernte und abzudriften drohte. In der neunten Klasse blieb er sitzen, in der Familie war er fortan das Sorgenkind. Bis er Ende der 90er Jahre nach Köln zog, um eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann zu absolvieren und das Abitur an der Abendschule nachzuholen. Zu Beginn der Jahrtausendwende kehrte Kühn zurück nach Berlin. Wenig später begann er sein Soziologiestudium an der TU.

Sein Professor und seine Kommilitonen fanden Kühns Thema für die Diplomarbeit spannend. „Üblicherweise geht es in den Abschlussarbeiten um Familienstrukturen“, sagt er. Plötzlich war aus dem einstigen Sorgenkind ein Exot geworden, der sein Studium mit 1,8 beendet hat. Derzeit bereitet Kühn seine Promotion vor, Thema: „Erwerbsarbeit in der Techno-Szene“. Außerdem betreibt er die Internetplattform „Berlin Mitte Institut“, für die er eine 14-tägliche Radioshow produziert und über die er DJs vermittelt. Und wenn er nicht gerade selbst auflegt, geht Jan-Michael Kühn immer noch viel aus. Nur die Leichtigkeit dieser Abende ist ein wenig verloren gegangen: „Manchmal fällt es mir schwer, die Soziologenbrille abzulegen.“

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 25.02.2010)
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Stadt ... 25,3040600

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von a-one » 1. Mär 2010, 21:33

"Wenn die Stradivari-Geige wegen ihres unerklärlich einzigartigen Klangs zum Objekt der Wissenschaft wird, ist niemand weiter überrascht. Dass es aber auch in der modernen Musikproduktion jede Menge Forschungsbedarf gibt, beweist uns Jan-Michael Kühn. Er ist Soziologe und arbeitet gerade an der Technischen Universität Berlin an seiner Promotion. Schon in seiner Diplomarbeit beschäftigt er sich mit der Frage, unter welchen Bedingungen Techno-Musik kreiert wird. Ob er sich für seine Diplomarbeit jedes Wochenende unter die noch immer feiernden Raver begeben musste und wie nun neuer Techno entsteht, darüber sprachen wir mit ihm selbst." (Quelle: Radio Eins)
Bild
http://download.radioeins.de/mp3/_progr ... 7_1140.mp3

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Beitrag von a-one » 20. Mär 2010, 12:43

House-Music ist vom Satan selbst
http://www.youtube.com/watch?v=qx3EwdHyVsw
Marusha im interview mit dem Gründer einer religiösen Anti-Techno-Bewegung :D ähnlich wie auf der KLOTE RECORDS 001 - De Klootzakken - Dominee Dimitri ;) war so etwa mitte der 90er...

da habters!

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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von a-one » 21. Mär 2010, 14:55

und noch mehr zum thema
:razz:
Techno ist eine Trance-Musik, die konsequent mit technologischen Mitteln erzeugt wird. Sequenzer, Synthesizer, Sampler, Drumcomputer und Computer sind die Erzeuger. Vergleichbar mit dem Entstehen anderer Musik unterliegt auch Techno einem kreativ-schöpferischen Schaffensprozess, nur ist der Auswurf quantitativ höher einzuschätzen aufgrund der direkten und umfassenden Speichermethoden und dem schier unendlichen erscheinenden Klangvorrat.
Allgemein-musikalisch gesehen ist Techno vergleichbar mit einer Trance-Musik, der typische Eigenschaften wie repetitiver Charakter, allmähliche Steigerung der Intensität, intensivierter Einsatz nach abrupter Pause, extreme Konstanz, lange Dauer, einfache Formen und minimalistische Veränderungen anhaften. Besonders bei Techno-Events oder in Clubs entsteht durch die Praxis des ständigen Hinter- und Übereinandermischens mehrerer Technotracks gleichzeitig fast schon ein unendlicher Klangfluss, der durch immer wieder von den DJs gemachten kleinen Unterbrechungen gesteigert und im Anschluss intensiviert wird.
So lässt sich House als fröhliche elektronische Discomusik mit souliger Frauenstimme, klarer Bassline, teilweise kitschigen Pianoriffs und synthetischen Streichern auf einem Four-to-the-floor beschreiben, während Techno wesentlich ›trockener‹, Bassdrum-orientiert, ohne große Vokaleinlagen, dafür eher mit klangspielerischen Elementen, jedoch in etwa gleichem Tempo auf geradem Four-to-the-floor besticht.
http://www.berlin-mitte-institut.de/tec ... ungsmusik/

Sula
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Techno. Was ist das überhaupt?

Beitrag von Sula » 25. Mär 2010, 19:44

Eine Interpretation eines jeden selbst! Viele orientieren sich an vorgegebenen Dingen. Aber wenn dich mal einer fragt was legst du und du antwortest zum Beispiel Minimal gehen die Vorstellungen auseinander.

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Beitrag von rabimmel » 26. Mär 2010, 08:58

Sula hat geschrieben:Aber wenn dich mal einer fragt was legst du und du antwortest zum Beispiel Minimal gehen die Vorstellungen auseinander.
Wahrscheinlich weil so ein Riesen Spektrum an Minimal-Sachen existiert, eine klare Definition davon gibt es nicht wirklich, zumindest ist man heute, sobald es etwas softer wird, sofort Minimal, da verschwimmen Definitionen automatisch.

Bei der Vielzahl an schlechten Minimal-Sachen ist es für die Hater auch viel einfacher das ganze Genre runterzureißen, obwohl man ehrlich gestehen muss, dass etliche wegweisende Scheiben der letzten Jahre nicht mehr aus dem Technobereich kamen - find ich.

Fazit: Mühsame Diskussion :lach:

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